Geriatrie in Deutschland
Die Lehre und Wissenschaft der Geriatrie (Altersheilkunde) befasst sich sowohl mit den Krankheiten des alternden und alten Menschen als auch mit der Gesundheit im Alter.
In der Geriatrie werden alternde und alte Patienten behandelt, die zumeist an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden (Multimorbidität), eine mehr oder minder hohe Gebrechlichkeit aufweisen und auf eine soziale oder auch psychologische Unterstützung angewiesen sind. Ziel der ganzheitlichen geriatrischen Behandlung ist es, die Autonomie und Lebensqualität der Patienten zu optimieren.
Geriatrie Diagnostik und Therapie
Bei der Geriatrie wird zur Erstellung der Diagnose zunächst ein ausführliches Anamnese-Gespräch mit dem Patienten geführt, danach folgt häufig ein so genanntes geriatrisches Assessment. Dieses ist ein standardisiertes Messverfahren, das dazu beiträgt, aus dem komplexen Zusammenspiel von Alter, Krankheit, Funktionalität und verminderter Selbstständigkeit therapierelevante Probleme zu extrahieren. Mithilfe eines Fragebogens werden individuelle Daten zur Seh- und Hörfähigkeit, Beweglichkeit, Inkontinenz, Ernährung, kognitiven Leistung, zu emotionalem Befinden und sozialem Umfeld abgefragt. Darüber hinaus schließen sich die gängigen Diagnostikmethoden wie Laboranalysen, bildgebende Verfahren usw. an.
In der Geriatrie geht die Therapie über die bloße Behandlung organischer Probleme hinaus. Es werden zum Beispiel Beratungen zur ausgewogenen Ernährung angeboten. Ferner wird auf die Sicherstellung einer psychosozialen Betreuung Wert gelegt. Medikamentöse Therapien kommen häufig zum Zuge, wobei oft mehrere Medikamente gleichzeitig mit den entsprechenden Nebenwirkungen zum Einsatz kommen. Jährlich werden Grippeimpfungen für diese Klientel empfohlen. Auch chirurgische Eingriffe können vonnöten sein, allerdings in sehr genauer Abwägung des Zustands des Patienten und der entstehenden Risiken sowie des möglichen Nutzens. Ferner werden physikalische Behandlungen (Krankengymnastik, Massage, Wärmebehandlung) angewendet sowie palliative Maßnahmen für ein menschenwürdiges Sterben eingesetzt.
Typische altersbedingte Krankheiten
Zu den häufigsten altersbedingten Erkrankungen gehören Arteriosklerose (Verengung der Gefäße durch Ablagerungen), Herzinfarkt, Schlaganfall, Arthrose (Gelenkerkrankung), Demenz (Verlust kognitiver Fähigkeiten, Gedächtnisverlust, Orientierungsprobleme, Verhaltens- und Wesensänderung), Depression, Diabetes mellitus, Alterssichtigkeit, Grauer Star, Osteoporose (Knochenschwund), Parkinson (degenerative Krankheit des Gehirns), Herzschwäche, Bluthochdruck, Inkontinenz, Rheuma, Venen- sowie Tumorerkrankungen.
Text erstellt und veröffentlicht von der Werbeagentur Büdingen am 28.06.2010
Eventuell gleichlautende Textpassagen sind rein zufällig und nicht gewollt.